Urteil-©-Michaela-Voss

Die Gegensätze der Gesetze

Der Besuch Marias bei Elisabet
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. 

Die Welt scheint Kopf zu stehen. Die Ordnung, die der Mensch sich selbst stets neu kreiert, versucht Naturgesetze zu umgehen, ist oft voll fundamentaler Ungerechtigkeit und orientiert sich am egoistischen Nutzen mehr als am Allgemeinwohl. Leistung zählt, Attraktivität, Reichtum, Macht und wer sich selbstbewusst durchsetzt, hat die besten Chancen, auch wenn das bedeutet, im Wortsinn „über Leichen“ zu gehen.
Im Magnifikat, das wir heute im letzten Abschnitt betrachten, preist Maria eine andere Ordnung. Der Geist Gottes, der in den beiden Frauen prophetischen Lobpreis überströmen lässt, offenbart das Gesetz Gottes in einer kostbaren Form.

Impuls: Tag 07

Die Macht Gottes, der machtvolle Arm Gottes – das ist nicht eine Drohgebärde eines Despoten, der alles knechtet und niederschlägt, was ihm in den Weg kommt.
Der machtvolle Arm Gottes offenbart sich vor allem in den durchbohrten Händen des Erlösers, die sich binden lassen, damit wir frei werden.
Der machtvolle Arm Gottes vollbringt Taten des Heils in der Gegensätzlichkeit und im Geheimnis des heiligen Kreuzes, wenn die Ohnmacht zum Sieg wird und die Gebundenheit zur Freiheit.
Der machtvolle Arm Gottes zeigt sich uns in all seiner Liebe, wenn die Sünde die göttliche Hand durchbohrt und Gott uns gerade darin in der Erlösergnade liebend aufnimmt, so dass wir in seine Hände eingezeichnet sind, wenn wir die Erlösung annehmen.
Der machtvolle Arm Gottes greift nie zur kurz, greift niemals vor – sondern umfängt alle Schöpfung, wenn die Erlöserarme ausgerenkt sich zwischen Himmel und Erde ausbreiten, um uns als neugeborene Gotteskinder in seinem Blut und im Heiligen Geist ans Vaterherz zu ziehen.
Der machtvolle Arm Gottes, die machtvollen Taten Gottes offenbaren sich in der Schwäche der winzigen Ärmchen des neugeborenen Gottessohnes, das seine ausgebreiteten Händchen der Liebe entgegenstreckt und so klein und arm – doch unsere Armut reich begnadet, uns erhebt und die Größe der Gottesebenbildlichkeit zurück schenkt.
Der machtvolle Arm Gottes, die machtvollen Taten des Herrn offenbaren die Heiligkeit der Arbeit, die Schöpferkraft des Werks unserer Hände im Gottessohn, der mit seiner Hände Arbeit die meiste Zeit seines Erlöserlebens unerkannt mitten unter uns Menschen weilte und unser Menschenleben teilte.
Der machtvolle Arm Gottes heilte in sanfter Berührung die Kranken und schenkte Hoffnung den Unberührbaren, als der Gottessohn mit Wundern und Zeichen das Evangelium des Lebens verkündete und bezeugte.
Der machtvolle Arm Gottes, die machtvollen Taten des Herrn werden bis zum zerreißen ausgebreitet, offenbaren sich am Kreuz in unfassbarer Weise und in den augebreiteten Armen des Erlösers, der die Berührung mit seinen Wunden heilsam erlaubt und sein göttliches Herz offenbart im Auferstandenen, der uns voran geht, mit ausgebreiteten Armen zum Vater im Himmel, der uns alle in seine Arme schließen will, in seinem Sohn.

Prophetisch jubelt die jungfräuliche Mutter im Gottesgeist: „Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten“.
Dabei ist der Erlöser, der Mächtige noch kaum zu sehen, der in ihrem Leib verborgen getragen sein will und dessen Ärmchen noch so winzig klein erst zu sprossen beginnen, wie es dem Wachstum des Menschen im Leib einer Mutter eigen ist.
Machtvolle Taten – mächtiger Arm Gottes – und der Herr wählte den Weg der Ohnmacht, den Weg des menschlichen Lebens von Anbeginn, um jede Phase unserer Existenz zu heiligen. die in ihm Heil und Rettung finden darf.

Das ist so ganz anders, als die Macht dieser Welt!
Das Geheimnis Gottes zerstreut den Hochmut durch die Demut und besiegt den eitlen Egoismus durch dienende Hingabe.
Wir stehlen uns Rechte, trampeln über die Herzen der anderen, um unsere hochgesteckten und doch abgrundtief dunklen Ziele zu erreichen, die uns erst viel versprechen und dann zutiefst berauben.
Wir entweihen die Familie in grotesken Abartigkeiten, die wir ihr gleich stellen und die in Wirklichkeit nur Ausdruck von tiefster, egozentrischer Einsamkeitssublimierung sein können, in der man gemeinsam doch einsam nur sich selbst zu befriedigen und sich selbst zu verwirklichen sucht.
Wir opfern die anderen – für unser Wohl und unsere eigenen, egoistischen Maßstäbe und fordern, dass unsere Bedürfnisse das Maß aller Dinge sein sollen.

Gott dagegen schenkt sich selbst, opfert sich selbst, neigt sich tief hinab in unser Elend, … damit wir mit ihm geeint durch das Erlösungswerk in die volle Gemeinschaft der heiligen Gottesfamilie zurück finden.
Es ist das Geheimnis der heiligen Gegensätzlichkeit, in der Gottes Weisheit unsere verdrehten Maßstäbe neu ausrichtet, damit wir vom Tod zum Leben finden.
Zerstreuung im Hochmut, die Einsamkeit im Egoismus, Bindungsunfähigkeit des Narzissmus, … all das will Gott heilen und uns
Eins-werden lassen in der Demut, uns Gemeinschaft schenken durch seine Hingabe, uns an sich ziehen in der Befähigung zur Liebe!

Maria preist in leuchtendem Lob das kostbare Geheimnis der Heilung – im Kreuzesmysterium, das alles wandelt und erneuert.

Der Hunger wird hier nicht bekämpft – sondern beschenkt.
Die Selbstzufriedenheit dagegen, die Übersättigung, die konsumermüdete Überdrüssigkeit, … all das macht den Menschen ja unfähig zu empfangen.
Der Hunger wird hier nicht beklagt – sondern gesättigt.
Die Selbstsucht, die Habsucht, die Geltungssucht, … all die Süchte in uns, die uns unentwegt jammern und lamentieren lassen, … all das verweigert sich dagegen der Gabe.
Gottes Tun ist so ganz anders und voll machtvoller Heilung, die wir so sehr brauchen, in einer Welt, die nur sich selbst kennt und darum blind bleibt und in sich selbst verkrümmt immer weniger das Leben kennt, ehrt, achtet, liebt und empfangen kann.

Gottes Plan, Gottes Wille ist das Heil des Menschen, der sich in Freiheit beschenken lassen kann, oder sich verweigern. 

Bitten wir mit Maria im heiligen Lob des Magnifikats, 
dass Gott die heilige Ordnung und das Heil in die Not der Ungeborenen und ihrer Familien hinein wirkt, in die verwirrten, verdrehten, verkrümmten Schicksale einer gottentfremdeten Welt, die ihre eigenen Gesetze geschaffen hat.
Erflehen wir im Vaterunser, dass das Reich Gottes und die Heilsgesetze voll Leben und Gnade des Reiches Gottes wirksam werden in unserer Welt, die ihre eigenen Gesetze des Todes und der Verwundung menschlicher Würde zum Maß aller Dinge erhoben hat.
Preisen wir im Magnifikat den Sturz der scheinbar übermächtigen Unrechtsthrone dieser Welt, den Sturz der machtvollen Entwürdigung und Entmenschlichung, die uns bedrängt, … denn Gott ist der Souverän und wir dürfen erflehen und voll Zuversicht erwarten, dass er vollbringt, was er verheißen hat.

… bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! (Phil 4,6b)
Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen (1Tim 2,1)

Im Magnifikat finden wir ein mächtiges, heiliges, kraftvolles Lob, das im Heiligen Geist inspiriert wahrhaft prophetische Macht besitzt und den Glanz der Wunder der Liebe Gottes in diese Welt hinein trägt.
Wir dürfen diese Glut des überströmenden Gottesgeistes in unserem Herzen und auf unseren Lippen tragen, und es wie ein Licht in die Dunkelheit der Kleinsten, der ungeborenen Kinder bringen, wenn wir beten.
Wo wir scheinbar hilflos vor dem himmelschreienden Völkermord an den Kleinsten stehen, da dürfen wir den rettenden Arm Gottes uns seine machtvollen Taten vorauseilend preisen, im jener heiligen Glaubenskraft, die Wunder wirkt, Tote erwecken kann, Blinden das Licht der Erkenntnis schenken will, Tauben die Herzen für das Wort der Wahrheit und die Gerechtigkeit erschließen möchte und mutlos Er-Lahm(t)e aufspringen und zu Hilfe eilen lässt, … !
Wo wir scheinbar ohnmächtig und zu unbedeutend in der Machthierarchie dieser Welt stehen, dürfen wir die himmlische Vollmacht über die Not der Kleinsten herab rufen und im Glauben neue Wunder erflehen, die größer sein wollen, als all das, was wir je gesehen und erfahren haben – denn wir haben die Zusage Jesu, der zum Vater gegangen ist:

Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. (Joh 14,12)

Gott-eile-mir-zu-Hilfe-©-Michaela-VossSelig wird Maria von Elisabet gepriesen, weil sie geglaubt hat, was der Herr ihr sagen ließ.
Selig sind wir, wenn wir im Glauben erflehen, was Gott schenken will.
Selig sind wir, wenn wir sogar jenen heiligen, stellvertretenden Glauben im Gottesgeist empfangen, der das Heil für andere wirkt und Wunder schenkt, wie es so vielfältig in der Hl. Schrift bezeugt ist. (z.B. Mk 2,5)
Tragen wir die Not vor Gott, bringen wir die Kleinsten zu ihm und preisen wir das Erbarmen Gottes schon jetzt, weil Jesus sagte, dass wir im vorauseilenden Glauben, der sich bereits beschenkt weiß, bitten sollen. (vgl. Mk 11,24)

Was für eine mächtige Gabe, wenn wir in das Dunkel der Todesnot – die leuchtende Flamme des Lebens im Lob seiner Gnade tragen dürfen!
Was für eine heilige Gabe, wenn wir in den Schatten des Todes – das Licht der Auferstehungsgnade im Erlöserblut des Lammes hinein sprechen dürfen!
So sehr die Welt auch durch die Sünde verdunkelt sein mag, so groß die Krise auch ist und das Böse mächtig zu werden scheint, so sehr dürfen wir die heilige Ordnung herab flehen und hinein glauben in eine Welt, die wahrhaft „Kopf steht“ und alles verdreht.
Gerade im Magnifikat ist uns ein glühendes Preislied geschenkt, das im Dunkel hell aufleuchten will und vorauseilend dankbar das Wirken Gottes in prophetischer Wirkmacht hinausruft.

(© Michaela Voss)

Papst Johannes Paul II. schreibt in seiner Enzyklika EVANGELIUM VITAE:

»Deine Augen sahen, wie ich entstand« (Ps 139 4, 16): das verabscheuungswürdige Verbrechen der Abtreibung

58. Unter allen Verbrechen, die der Mensch gegen das Leben begehen kann, weist die Vornahme der Abtreibung Merkmale auf, die sie besonders schwerwiegend und verwerflich machen. Das II. Vatikanische Konzil bezeichnet sie und die Tötung des Kindes als »verabscheuungswürdiges Verbrechen«.

 

Doch heute hat sich im Gewissen vieler die Wahrnehmung der Schwere des Vergehens nach und nach verdunkelt.

Die Billigung der Abtreibung in Gesinnung, Gewohnheit und selbst im Gesetz ist ein beredtes Zeichen für eine sehr gefährliche Krise des sittlichen Bewußtseins, das immer weniger imstande ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, selbst dann, wenn das Grundrecht auf Leben auf dem Spiel steht.

 

Angesichts einer so ernsten Situation bedarf es mehr denn je des Mutes, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen und die Dinge beim Namen zu nennen, ohne bequemen Kompromissen oder der Versuchung zur Selbsttäuschung nachzugeben.

In diesem Zusammenhang klingt der Tadel des Propheten kategorisch: »Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen« (Jes 5, 20).

Gerade in bezug auf die Abtreibung ist die Verbreitung eines zweideutigen Sprachgebrauchs festzustellen, wie die Formulierung »Unterbrechung der Schwangerschaft«, die darauf abzielt, deren wirkliche Natur zu verbergen und ihre Schwere in der öffentlichen Meinung abzuschwächen. Vielleicht ist dieses sprachliche Phänomen selber Symptom für ein Unbehagen des Gewissens.

 

Doch kein Wort vermag die Realität der Dinge zu ändern: die vorsätzliche Abtreibung ist, wie auch immer sie vorgenommen werden mag, die beabsichtigte und direkte Tötung eines menschlichen Geschöpfes in dem zwischen Empfängnis und Geburt liegenden Anfangsstadium seiner Existenz.

 

Hervorhebung nach der Überschrift durch die Autoren

betende hände © michaela vossWir beten heute für alle, die Opfer der verdrehten, verdunkelten Weltgesetze sind,
um das Licht der Wahrheit, um die heilige Gottesherrschaft und das Reich Gottes mit seiner heiligen Ordnung,
die Heil und Rettung, Leben und Würde schenken.
Wir rufen mit dem geistgewirkten Lobpreis Mariens im Magnifikat
als durch die Taufe prophetisch beauftragtes Volk,
die Erlösungsgnade hinein ind den Abgrund der sündenverdunkelten Welt,
wie ein Licht voller Leben, wie ein Leuchtfeuer in das Dunkel des Todesschattens so vieler Menschenkinder,
durch Jesus Christus und im Heiligen Gottesgeist, der unser Gebet mit göttlicher Vollmacht erfülle:

 

Magnifikat (Lk 1,46-55)

 

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

 

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut,
siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

 

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.

 

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.

 

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

 

Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.

 

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und läßt die Reichen leer ausgehen.

 

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,

 

Das er unseren Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

 

(Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.)

Mit diesen Impulsen laden wir in diesen “33 Tagen für das Leben” ein, den “Babyrosenkranz” zu beten, dasGebet zu den Heiligen Engeln, das Veni Sancte Spiritus (f.d. Ungeborenen), oder auch den unersetzlichen Rosenkranz, das Vaterunser oder andere Gebete, mit denen wir vor Gottes Angesicht um Erbarmen und um die Fülle der Erlösungsgnade und um Heil flehen wollen.
Gott segne Sie!
Im Gebet verbunden – Ihr ProMinimis-Redaktionsteam

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